Monatsarchiv für März 2009

Endlich eine Richtung

mmuppetti 28. März 2009

Nach langem Hin- und Her, in dem ich erstmal selbst einen sinnvollen Weg finden musste, habe ich mich für folgenden Entschieden: motivieren.
Es fing damit an: auf youtube gibt es jede Menge Videos zur Motivation. Allerdings sind sehr viele davon, eine Ansammlung von Zitaten auf Naturhintergründen mit Flötenmusik. Andere Videos zeigen Dr. Echkard von Hirschhausen (sehr sympathisch!) und amüsieren aber eher Menschen ab 30 oder sogar älter?
Was mir fehlt ist eine Art Jugendcoaching. Was es dazu im Web an normalen Webseiten gibt… huuuuh…. da war ich ein wenig überrascht. Okay, ich bin von Berufswegen her sowieso pingelig, wenn es um Websachen geht, aber aber aber… deswegen muss es nicht so lieblos gemacht sein.

Eine Erkenntnis nach der anderen prasselt auf mich ein - und gleich auf dich

mmuppetti 24. März 2009

Wuuuuuuh. Ihr ahnt nicht, wie sich das Bild fügt. Es fügt sich, fügt, fügt, fügt. Ihr wisst es eigentlich schon längst. Ich bin mir sicher: jeder von euch. Aber die Sache ist ja immer, dass man denkt, man wäre mit seinen Gedanken allein, nicht wahr? Man empfindet sich selbst als das Zentrum - klar, hat eine gewisse Logik - und dieses Zentrum ist für sich selbst natürlich einzigartig.
Für sich selbst.
Leider nur für sich selbst. So einzigartig wie jeder von uns sein mag: die grundlegendsten Wahrheiten wiederholen sich. Immer und immer wieder, in jeder Generation, tagtäglich.
Ich zähle sie auf:

1. jeder von uns muss Nahrung (ich sage nicht welcher Form) zu sich nehmen, damit er überlebt.
2. jeder von uns braucht eine Aufgabe, einen Sinn - das kann einen Tag dauern oder eine Woche, einen Monat, ein Leben. Aufgaben treiben uns an.
3. jeder von uns denkt über sich selbst und das, was er erreicht hat, nach. Im Vergleich mit einem propagierten Ideal oder anderen Mitmenschen. Dann zieht er eine Bilanz.
4. jeder von uns möchte respektiert und anerkannt werden. Jeder.
5. jeder von uns möchte geliebt werden, das heißt also auch: so sein können wie er ist. Ohne Masken, ohne Facetten, ohne Getue, ohne Theater. Ehrlich sein.

Was passiert, wenn wir die Dinge nicht bekommen?

1. ohne Nahrung überleben wir nicht lange und sterben einfach weg.
2. ohne Aufgabe verirren wir uns in Gedanken, in der Welt, in Wünschen, in Hoffnungen. Ohne Aufgabe paralysieren wir, verharren wir in einem Zustand aus Hilflosigkeit. Dann sind wir dankbar für jeden Input, haben aber verlernt, ihn Ernst zu nehmen.
3. tja, je nachdem wie ernst er das System um ihn herum nimmt, fällt seine Bilanz positiv oder negativ auf. Negative Bilanzen wollen wir nicht sehen, wollen wir nicht haben. Resultat: wir reden was schön, bis wir es eines Tages kapieren müssen oder aber wir resignieren. Als gäbe es nur diese beiden Wege. Es gibt viel mehr.
4. das ist ein Teufelskreis. Ohne Respekt und Anerkennung von außen, denken wir respektlos von uns selbst. Und wenn wir respektlos von uns selbst denken, dann erneten wir wieder Respektlosigkeit und alles andere als Anerkennung. Wir müssen da einen Schritt vor oder zurück, aber raus aus dem Kreis. Unterbrechen können wir ihn nur selbst. Das ist das Schwierige, aber genau das macht uns dann schön und stark - weil wir es geschafft haben.
5. ohne Liebe sind wir unerträglich. Ohne Liebe fehlt uns der Sinn. Ohne Liebe gehören wir nirgends hinzu. Aber Liebe ist sehr vielfältig und in so vielen Menschen zu finden. Es muss nicht immer nur diese Suche nach der einzig wahren erotischen Romeo-und-Julia-haften Liebe sein. Das ist Leidenschaft. Leidenschaft ist schön, aber sie vergeht. Liebe hingegen ist etwas Konstantes, wenn man sie endlich verstanden, gefunden und behalten hat.

So. Und nu? Jetzt erzählt mir bloß nicht, das habt ihr nicht gewusst? Oder das wäre ganz schrecklich kompliziert. Ist es nämlich gar nicht. Man muss nur endlich handeln, einen Schritt gehen, sich bewegen. Bewegen. Das ist nämlich das Geheimnis… hups, und nu nicht mehr.

Wo genau ist der wunde Punkt?

mmuppetti 24. März 2009

Ich kann nicht schlafen und mein Herz pocht ganz schnell. Mein Hirn will mir nicht “Gute-Nacht” sagen - es sucht. Es sucht und sucht. Ich lese im MLP-Magazin: “Bei der groß angelegten Studie werden seit 2001 jährlich 2000 Arbeitnehmer zu ihrer Motivation im Job befragt. Fast 90 Prozent der Befragten fühlen sich demnach derzeit kaum ihrem Unternehmen verbunden und machen Dienst nach Vorschrift, jeder Fünfte hat bereits innerlich gekündigt.” (MLP-Forum, Ausgabe 1, März 2009, Seite 28)
Ja, ich ahnte sowas schon als ich meine Diplomarbeit machte. Mir fiel die Zeit schwer, weil ich nicht so sein konnte, wie ich bin. Ich kann nicht 8 Stunden hintereinander sitzen und arbeiten. Dazu bin ich zu quirlig und habe 8000 Ideen, die ich mir aufschreiben und durchdenken will. Aber ich konnte mich nur kurzweilig wegdrücken… zum Essen oder zu einem Spaziergang für eine Ideenfindung - so nannte ich das. Wenn ich mir vorstelle, Menschen tun 8 Stunden lang so als würden sie arbeiten, was kommt dann da fürn Schmus raus?
Und da sehe ich auch noch den Vorteil der körperlichen Arbeit gegenüber der Kopfarbeit: man darf sich bewegen, vielleicht ist man an der frischen Luft, vielleicht muss man viel hin- und herlaufen. Das alles ist besser als am Schreibtisch Probleme zu wälzen und fett zu werden, oder?

Das war nur ein Beispiel. Wir kann ich Wirtschaftskrise, Demotivation bei der Arbeit, Stress in der Beziehung, schlechte Noten in der Schule, Langeweile, Hilflosigkeit, Amokläufe, Konservierungsstoffe in Lebenmitteln, Genmais, Lehrermangel (das hab ich im Spiegel gelesen), die Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen Wirtschaftsmacht und ausgebeuteten Ländern auf ein Zentrum zusammenführen? Auf ein Übel sozusagen?
Auf den Kern? Der vielleicht in jedem von uns zu finden ist? Bin ich dem auf der Spur, wenn ich Kurzsichtigkeit anführe? Ist es nicht so, dass ich das ernte, was ich gesäht habe? Ist das nicht uralt? Und wenn es so uralt ist, wieso kapieren wir es dann nicht?

Brauchen wir eine neue Aufklärung? Wie im 18. Jahrhundert? Und ist das Internet unser Kanal?

Wenn ich heute meine Hausaufgabe nicht mache, dann gibt’s morgen Ärger. Wenn ich heute keinen Bock drauf habe, den Müll runterzubringen, dann stinkt’s morgen in der ganzen Wohnung. Wenn ich heute keinen Nerv dafür habe, mich für einen doofen Spruch zu entschuldigen, dann beginne ich mit dem Aussitzen einer ungeklärten Sache. Wenn ich heute nicht abwasche, ist es immer noch da. Wenn ich heute nicht sage, was mich zur Weißglut treibt, dann trage ich es morgen immer noch mit mir rum. Wir sitzen die Dinge aus. Ist es nicht so? “Das wird schon irgendwie von selbst verschwinden.” Neben aussitzen sind wir auch sehr leichtgläubig und schwach geworden. Wir trauen uns weder das zu sagen, was uns aufn Keks geht und noch schlimmer wird es, wenn wir für etwas kämpfen sollen, was wir eigentlich wollen. Aber eine riesige Ohnmacht stülpt sich über uns und dann bleibt nur Resignation. (Hey, werden meine Blogeinträge auch schon vom Bundestrojaner durchgespickt?)

Klar, wenn wir jetzt nicht kämpfen, dann legt es sich ja auch wieder. Es verschwindet ja auch, so scheint es. Für eine Woche oder drei Jahre oder auch 20. Aber dann… tata… steht’s vor deiner Tür und sagt “Hey, ich bin da und jetzt wirst du mich nicht mehr los.” Dann trennen sich Ehepaare auf einen Schlag und können nicht ein Wort mehr miteinander reden. Weil sie die ganze Zeit ins sich reingefressen haben - und das so weit, dass es kein zurück mehr gitb. Dann erschießen Väter ihre Familien, dann laufen Schüler Amok, dann bricht die Wirtschaft zusammen, dann dann dann. Im Kleinen wie im Großen, im Großen wie im Kleinen. Versteht ihr das?

Nun fragst du “ja und, was soll ich da jetzt groß tun? Da kann man ja nichts machen!”
Yep, die Frage ist nicht neu. Und es gibt Unmengen von Antworten. Und es gibt auch Unmengen von Konzepten, um nichts in sich reinzufressen, um nicht alles auf das böse Schicksal zu schieben, um nicht immerfort ein Opfer zu sein. Oh man, es gibt soooo viele Bücher dazu. Es gibt wirklich alles. Aber ich finde, dass eine wirklich entscheidende Sache nicht gemacht wird: das, was in allen Büchern als Weg vermittelt wird, findet keine besondere Beachtung in unserem Bildungsweg. So dass wir denken, wir wären den ganzen negativen Gefühlen hilflos ausgeliefert. Pfff, das ist nicht wahr. Echt.

Niemand ist ausgeliefert. Wir haben vergessen darauf zu hören, was wir wollen. Stattdessen rennen wir fertigen Konzepten hinterher. Es gibt so einfache menschliche Gesetze - und sie werden nicht beigebracht. Der heutige Mensch weiß nicht, wer er ist. Und was er tun soll, weiß er noch weniger. Und dann passiert das. Genau das.

Es gibt aber Wege. Unmengen. Ich selbst bin einen davon gegangen und ich bin total stolz drauf. Und ich möchte das weitergeben. Man kann alles schaffen, wenn man einige grundlegende Dinge kapiert. Die Voraussetzung ist nur, sich von bisherigen Gedanken zu lösen. Das verkaufen viele Coaches als riesiges Geheimnis in ihren Seminaren. Ich finde das gut, aber zu teuer. Und für diese Seminare interessieren sich meist Menschen, die sowieso schon kapiert haben, dass das ein Weg ist. Aber ich will, dass Menschen, die das nicht kapiert haben, die noch nichts davon wissen endlich mit ihrer Nase dagegen stoßen. Das ist mein Ziel.

Jugendmedium Internet

mmuppetti 20. März 2009

Während die Regierung verschärfte Waffengesetze einführt (die die Mehrheit erstmal besänftigen) und darüber debattiert, was jetzt mit Videospielen und Jugendlichen zu tun ist, können wir im Kleinen schon mal anfangen.
Vorschlag: mir scheint, das Jugendmedium ist das Internet. Und ich denke, junge Menschen, müssen auf den Portalen, auf denen sie sich nahezu täglich tummeln immer sehen können, dass es erreichbare Hilfe gibt. Viele Menschen - und junge ja leider auch schon - fressen zuviel in sich rein und verstehen nicht, was dieser Frust für Auswirkungen hat. Zuerst auf sie selbst und dann auf das Umfeld. Und die wenigsten scheinen zu wissen, dass jeder Zeiten des Frusts, der Leere und Unzufriedenheit kennt und dass es wirklich alles Mögliche an Tricks und Methoden gibt, um da rauszukommen und sein Denken zu verändern.
Daher die erste Idee: mit Bannern auf bekannten Portalen Jugendliche ansprechen. “Hast du Sorgen, Probleme, kommst dir leer vor? -> Hier gibt es Hilfe für dich.” (Wortwahl ist nur ein Vorschlag - bitte dazu keine Kritik). Menschen müssen dort angeprochen werden, wo sie sich aufhalten.

Infos zu den Zugriffszahlen dieser Seite für alle einsehbar

mmuppetti 17. März 2009

Im Rahmen regionaler Aktionen (zum Beispiel der zweiten Flugblatt-Aktion, von der  ich euch so schnell es geht berichte), ist es sicher von Interesse, wie viele Besucher auf welchen Content geklickt haben. Du kannst dir unter MetaInfos & Impressum & Kontakt die Login-Daten für Google Analytics holen. Dort ist das Konto freigegeben und jeder kann die geografische Herkunft der Besucher, die Besuchszeit und so fort einsehen. Diese Daten werden anonym erfasst, das heißt, sie stehen nicht mit einer Identität in Verbindung. Niemand erfährt, wer auf einen Content geklickt hat - nur wann und woher derjenige kam.

Wie konnte uns die ganzheitliche Betrachtung abhanden kommen?

mmuppetti 16. März 2009

Wenn man das alles so liest: Arbeitnehmer sind unzufrieden und demotiviert, junge Menschen sind orientierungslos, die Krise geht um, Banken gehen Pleite, Menschen laufen Amok… kann man das nicht endlich mal in einen großen Zusammenhang werfen? Wieso betrachten wir immer nur einzelne Baustellen und kapieren es nicht, dass eine Baustelle unmittelbar auf eine andere wirkt? Ich verstehe es nicht! Die Menschheit ist äußerlich weit entwickelt, aber die inneren Welten werden vollkommen vernachlässigt. Gut, es gibt eine kleine Bewegung, aber ist das alles? Seminare für 1000 Euro, in denen man Mechanismen vorgestellt bekommt, sich selbst zu motivieren. Oder Intuitionsseminare für 250 Euro. Mal ehrlich: da gehen Menschen hin, die sowieso schon für dieses Thema empfänglich sind, die sowieso nach sich selbst suchen, die wissen wollen, wie sie stabil und ausgeglichen werden, wie sie mit dem Leben zurecht kommen.
Warum gibt es Intuitionsseminare nicht an Schulen? Wieso wird man in der Schule nicht gecoached? Wieso muss man das erst als alter, unzufriedener Erwachsner machen? Das ist doch viel zu spät!

Wir müssen Kindern zeigen, wie sie mit Misserfolgen umgehen. Wie sie sich aufraffen, wie sie sich wehren und wie sie starke und stabile Menschen werden, die erst gar nicht dazu kommen, sich selbst zu zerfressen!

Das ist nicht unmöglich. Das Wissen ist an sich da, das Material ist da, die Übungen sind da und Menschen sind da, die es schon kapiert haben. Aber wir versäumen, das alles zu einem Thema zu machen. Ich verstehe es nicht. Wie kurzsichtig können wir denn sein? Es kommt eh auf uns zurück - die Dinge zeigen sich schneller. Wir werden jetzt schon mit unseren Fehlern konfrontiert - nicht erst unsere Nachfolger in 50 Jahren.

Es passiert jetzt. Es kommt das, was wir gesäht haben.
Und der einzige Weg, ist eine weitsichtige Saat zu machen. Bei den Kindern. Kinder müssen zu gesunden, stabilen, bewussten Menschen heranwachsen.

Empowerment

mmuppetti 15. März 2009

Nachdem ich heute bis 5:30 Uhr einfach keine Ruhe finden konnte, weil ich nach der Ursache suche… bin ich jetzt endlich auf das englische Äquivalent zu “Hilfe zur Selbsthilfe” gekommen. “Empowerment”. Wuuuuuh.
Das gibt es schon - klar. Ich denke, Lösungsideen sind da und sie sind auch nicht neu, aber ich stelle fest: sie werden nicht dort vorgestellt, wo gesäht wird. Wieso sind Coaching-Seminare total teuer und sowieso nur Gruppen zugänglich, die ohnehin schon wissen, wie sie sich selbst helfen - eben mit diesen Seminaren und Coachings. Wieso wird “Empowerment” nicht schon in der Kinderkrippe und im Kindergarten, schließlich in der Schule und an Unis nahegebracht. Und damit meine ich nicht sowas wie “Wie setze ich mich in der Umwelt durch”, sondern vorrangig “Wie überwinde ich einen Misserfolg?” oder “Wie komme ich aus der Denkschleife raus, dass ich nichts kann oder wert bin?” Sowas.

Dann braucht es ja auch keine Seminare mehr in Betrieben - bis dahin hätten wir es dann schon kapiert, wie wir uns selbst aus der Patsche, aus der Unzufriedenheit, aus dem Pessimismus helfen.
Und statt Geld für Maßnahmen auszugeben, die vorherige Fehler grade rücken, könnte der Staat diese Maßnahmen integrieren und Coachs an Schulen schicken. Finde ich eine gute Idee!

Links für euch:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Empowerment
  • http://www.empowerment.de/grundlagentext.html
  • http://www.business-wissen.de/personal/empowerment/fachartikel/chancen-nutzen-karriere-gute-laune-life-life-balance.html

Sicher gibt es noch mehr, aber ich muss das erstmal selbst weiterlesen.

Frisst du was in dich rein?

mmuppetti 15. März 2009

Yep, ich lerne. Und zwar: Menschen sind satt. Total satt und überfordert damit, um Hilfe gebeten zu werden. Der Weg ist möglicherweise, ihnen selbst Hilfe anzubieten. Okay, denke ich, das verstehe ich. Hilfe wird auch schon woanders angeboten - diese Idee ist auch nicht neu. Beispielsweise hier von der TelefonSeelsorge mit der Nummer 0800-1110111 und total kostenlos.
Ich weiß nicht, wie viele Menschen dort anrufen - ich weiß nur, dass ich selbst nichtmal den Ansatz einer Idee hatte, dort anzurufen. Wieso? Ist es mir peinlich - es ist anonym. Denke ich, dass sie mir eh nicht helfen können, weil mein Problem so einzigartig ist - hmm, die wenigsten Probleme sind wirklich einzigartig. Wir sind Menschen, wir haben ähnliche Auffassungen. Von Liebe, von Hass und auch von Problemen wie Arbeitslosigkeit, schlechten Noten, scheiß Eltern, Sinnlosigkeit, Ratlosigkeit. WARUM also rufe ich da nicht an? Und dann kommt mir als Lösung: weil es nur per Telefon ist. Und weil ja das Telefonat auch irgendwann beendet ist und dann? Dann sitze ich ja doch wieder allein mit mir und meinen Gedanken da.

Also… ich denke und denke und alle Windungen qualmen. Vielleicht ist das Problem noch woanders. Also… Ausgangspunkt war “in sich reinfressen”. Hinnehmen, Stillhalten, Schlucken, Funktionieren, Ertragen, Reinfressen, Reinfressen, Reinfressen.

Wieso tust du das?

  • Weil du denkst, das muss so sein. Weil dir noch niemand gesagt und gezeigt hat, dass es gar nicht stimmt, dass es so sein muss.
  • Weil du angst hast, dass sie dich ausschließen, über dich lästern, dich blöd finden. Weil du angst hast, keine Liebe zu bekommen. Keine Anerkennung, keine Zärtlichkeit, weil “du es nicht verdient hast”.
  • Weil du nicht den Mut hast ihnen zu sagen “Das reicht jetzt. Was ihr macht, ist ungerecht und so lasse ich mich nicht behandeln!”. Weil du nicht für deine Rechte, deine Position kämpfst.
  • Weil du keinen Respekt vor dir hast, deinen Wert viel zu gering einschätzt und ihnen nicht sagst was DU erwartest, willst dir wünschst. Weil du deinen Mund nicht aufkriegst und denkst, sie müssten von selbst drauf kommen. Pfff, das tun sie nicht.
  • Weil du noch nicht von den grundlegenden Mechanismen gehört hast, die in jedem Coaching-Seminar, in jedem Ratgeber, in jedem Motivationsbuch und - besonders zu betonen - in “Emotionale Intelligenz” von Daniel Goleman zu finden sind. Weil es dir noch niemand verklickert hat - weder deine Eltern, noch die Schule, noch irgendwelche Freunde und auch nicht dein Handy, dein Spiel, verstehst du? Das einzige, was es dir manchmal vorlebt, sind Filme. Deswegen magst du ja Filme auch so doll. Aber du weißt gar nicht, warum eigentlich.

Okay, und jetzt trage ich erstmal spontan die Mechanismen zusammen, die ich selbst schon kapiert habe.

  • Je mehr du für andere machst und weniger an dich denkst, desto weniger schätzen sie es.
    Erklärung: Das kennst du vielleicht aus deiner eigenen Familie. Aus Beobachtung oder eigener Erfahrung. Beispiel: du fährst immer zu deiner Oma, obwohl du keine Lust hast. Du tust es, weil du Gewissensbisse hast. Wenn du dann dort bist, hast du keinen Bock, mit ihr zu reden oder sie nervt dich an oder du machst deine Aufgaben ganz schnell und verschwindest wieder. Tja, davon hast du nichts und schlimmer noch: du musstest dir anhören, dass dein Cousin letzte Woche zu Besuch war und dass deine Oma total ausgeflippt ist vor Freude. Dabei lässt er sich nur jedes halbe Jahr blicken, während du jede Woche bei deiner Oma antanzt. Was ist falsch, fragst du? Erkenntnis: du bist für deine Oma selbstverständlich, du bist ja immer da. Hinzu kommt, dass du sie besuchst, weil du meinst, du müsstest es tun. Dadurch bist du selbst wahrscheinich weder super gelaunt, noch besonders gesprächig oder gar witzig. Tja, deine Oma merkt das - sie ist ein Mensch wie du und du merkst ja auch, wenn jemand keine Lust hat, mit dir Witze zu machen und sich mit dir zu unterhalten. Lösung: fahr alle zwei Wochen hin. Aber sag es ihr und auch deiner Familie. Du wirst sehen, dass sie zuerst sagen “Ja, aber das kannst du doch nicht machen!” und wenn du dich davon nicht beirren lässt, sondern auf deinem Standpunkt bleibst, dann werden sie sich ganz schnell was einfallen lassen. Menschen sind bequem. Wenn du sie aber au dieser Bequemlichkeit rausschubst, dann können sie ganz plötzlich auch was tun. Dieses Prinzip ist 100 Mal älter als du, daher nimm es ernst.)
  • Ein bekannter Psychologe, Albert Bandura, hat einen Satz gesagt, den ich zu meinen absoluten Favoriten zähle. Und zwar “Was man von seinen Fähigkeiten denkt, wirkt sich auch auf diese aus.”
    Erklärung: wenn du denkst, du bist dumm, dann wirst du es. Wenn du denkst, dass dir sowieso nichts gelingen wird, dann - herzlichen Glückwunsch - wird dir wahrscheinlich sowieso nichts gelingen. Wenn du denkst, du kannst kein Mathe und wirst es auch nie lernen, dann machst du in dir selbst alle Türchen zu, in die doch ein Verständnis für Mathe hineinkriechen könnte. Beispiel: meine eigene Mutter hat mir immer von ihrer furchtbaren Mathelehrerin erzählt und davon, dass sie immer schreckliche Angst vor ihr hatte und dann nichts sagen konnte, als die geprüft wurde und schließlich auch immer nur ganz miserable Noten hatte. Und weißt du, was passiert ist? Ich habe das gleiche auch gedacht: dass ich das nicht kann und niiiiieeeemals auch nur annähernd verstehen werde, was diese Mathematik eigentlich genau von mir will. Und echt, ich hatte jahrelang grässliche Mathenoten. Und sogar im Studium bin ich ZWEIMAL durch Matheklausuren gefallen. Das war wirklich Mist und mir ging es auch gar nicht gut. Aber da ich das Studium beenden und nicht vermasseln wollte, habe ich einen Plan geschmiedet. Der da war: ich lerne das jetzt. Erkenntnis: Wenn das andere können, wieso zum Teufel soll ich das nicht auch können??? Mein Hirn ist auch nicht viel anders als deren Hirne und die Aufgaben wurden ja auch nicht von Außerirdischen gemacht… also muss ich das schaffen können. Lösung: ich habe mich auf meinen Popo gesetzt und alle Aufgaben aus dem Matheskript ganz fein und genau angesehen, mit ihnen geschimpft und auch verhandelt und sie dann gelöst. Ich bin zu meiner Mathe-Professorin und habe sie gelöchert bis ich jeden kleinen Punkt und jedes kryptische Zeichen verstanden habe. Hinzu kam meine immense Prüfungsangst. Mit der habe ich geredet. Ich habe mir die schrecklichste aller eintreffenden Möglichkeiten bis in die letzte Szene ausgemalt und mir vorgestellt, ich müsse diese Situation - also diese Prüfung - nochmal erleben. Und genau das wollte ich nicht und also sammelten sich meine Energien zusammen und ich hab’s geschafft. Ich hab’s geschafft! Und das ist der Beweis dafür, dass du das auch kannst. Aber du wirst es nicht schaffen, wenn du nichts dafür tust. Wenn du was dafür tust, dann schaffst du es. Das ist sicher.

Nun, 1. Fazit.

mmuppetti 13. März 2009

Nun ja. Ich gehöre nicht zu den Naturen, die gleich aufgeben. Ich denke nach und halte euch auf dem Laufenden. Ihr könnt mich auch gern auf dem Laufenden halten.

Mitschnitt aus der ersten Flugblatt-Aktion

mmuppetti 13. März 2009

Habe hier ein paar Mitschnitte von der ersten Flugblatt-Aktion gemacht. Ich denke, diese Aktion macht insofern Sinn, als dass man überhaupt etwas macht und nicht Zuhause ratlos rumhockt und sich denkt “Da kann man sowieso nichts machen”.Das ist erstens nicht wahr - man kann klein anfangen - und zweitens ist es ungeheuer bequem. Konflikten aus dem Weg zu gehen bedeutet, dass man sich selbst gegenüber nicht ehrlich ist. Und das Schlimme ist: es kommt zurück. Immer. Je mehr man es wegdrängen und verstecken will, desto mehr will es an die Oberfläche.

Durch Handlungen nähert man sich einem Lösungsweg. Das sehe ich in der Flugblatt-Aktion. Und ich danke allen, die selbst auf die Straße gegangen sind vielmals. Ich finde das gut. Sehr gut.

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