mmuppetti 24. März 2009
Ich kann nicht schlafen und mein Herz pocht ganz schnell. Mein Hirn will mir nicht “Gute-Nacht” sagen – es sucht. Es sucht und sucht. Ich lese im MLP-Magazin: “Bei der groß angelegten Studie werden seit 2001 jährlich 2000 Arbeitnehmer zu ihrer Motivation im Job befragt. Fast 90 Prozent der Befragten fühlen sich demnach derzeit kaum ihrem Unternehmen verbunden und machen Dienst nach Vorschrift, jeder Fünfte hat bereits innerlich gekündigt.” (MLP-Forum, Ausgabe 1, März 2009, Seite 28)
Ja, ich ahnte sowas schon als ich meine Diplomarbeit machte. Mir fiel die Zeit schwer, weil ich nicht so sein konnte, wie ich bin. Ich kann nicht 8 Stunden hintereinander sitzen und arbeiten. Dazu bin ich zu quirlig und habe 8000 Ideen, die ich mir aufschreiben und durchdenken will. Aber ich konnte mich nur kurzweilig wegdrücken… zum Essen oder zu einem Spaziergang für eine Ideenfindung – so nannte ich das. Wenn ich mir vorstelle, Menschen tun 8 Stunden lang so als würden sie arbeiten, was kommt dann da fürn Schmus raus?
Und da sehe ich auch noch den Vorteil der körperlichen Arbeit gegenüber der Kopfarbeit: man darf sich bewegen, vielleicht ist man an der frischen Luft, vielleicht muss man viel hin- und herlaufen. Das alles ist besser als am Schreibtisch Probleme zu wälzen und fett zu werden, oder?
Das war nur ein Beispiel. Wir kann ich Wirtschaftskrise, Demotivation bei der Arbeit, Stress in der Beziehung, schlechte Noten in der Schule, Langeweile, Hilflosigkeit, Amokläufe, Konservierungsstoffe in Lebenmitteln, Genmais, Lehrermangel (das hab ich im Spiegel gelesen), die Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen Wirtschaftsmacht und ausgebeuteten Ländern auf ein Zentrum zusammenführen? Auf ein Übel sozusagen?
Auf den Kern? Der vielleicht in jedem von uns zu finden ist? Bin ich dem auf der Spur, wenn ich Kurzsichtigkeit anführe? Ist es nicht so, dass ich das ernte, was ich gesäht habe? Ist das nicht uralt? Und wenn es so uralt ist, wieso kapieren wir es dann nicht?
Brauchen wir eine neue Aufklärung? Wie im 18. Jahrhundert? Und ist das Internet unser Kanal?
Wenn ich heute meine Hausaufgabe nicht mache, dann gibt’s morgen Ärger. Wenn ich heute keinen Bock drauf habe, den Müll runterzubringen, dann stinkt’s morgen in der ganzen Wohnung. Wenn ich heute keinen Nerv dafür habe, mich für einen doofen Spruch zu entschuldigen, dann beginne ich mit dem Aussitzen einer ungeklärten Sache. Wenn ich heute nicht abwasche, ist es immer noch da. Wenn ich heute nicht sage, was mich zur Weißglut treibt, dann trage ich es morgen immer noch mit mir rum. Wir sitzen die Dinge aus. Ist es nicht so? “Das wird schon irgendwie von selbst verschwinden.” Neben aussitzen sind wir auch sehr leichtgläubig und schwach geworden. Wir trauen uns weder das zu sagen, was uns aufn Keks geht und noch schlimmer wird es, wenn wir für etwas kämpfen sollen, was wir eigentlich wollen. Aber eine riesige Ohnmacht stülpt sich über uns und dann bleibt nur Resignation. (Hey, werden meine Blogeinträge auch schon vom Bundestrojaner durchgespickt?)
Klar, wenn wir jetzt nicht kämpfen, dann legt es sich ja auch wieder. Es verschwindet ja auch, so scheint es. Für eine Woche oder drei Jahre oder auch 20. Aber dann… tata… steht’s vor deiner Tür und sagt “Hey, ich bin da und jetzt wirst du mich nicht mehr los.” Dann trennen sich Ehepaare auf einen Schlag und können nicht ein Wort mehr miteinander reden. Weil sie die ganze Zeit ins sich reingefressen haben – und das so weit, dass es kein zurück mehr gitb. Dann erschießen Väter ihre Familien, dann laufen Schüler Amok, dann bricht die Wirtschaft zusammen, dann dann dann. Im Kleinen wie im Großen, im Großen wie im Kleinen. Versteht ihr das?
Nun fragst du “ja und, was soll ich da jetzt groß tun? Da kann man ja nichts machen!”
Yep, die Frage ist nicht neu. Und es gibt Unmengen von Antworten. Und es gibt auch Unmengen von Konzepten, um nichts in sich reinzufressen, um nicht alles auf das böse Schicksal zu schieben, um nicht immerfort ein Opfer zu sein. Oh man, es gibt soooo viele Bücher dazu. Es gibt wirklich alles. Aber ich finde, dass eine wirklich entscheidende Sache nicht gemacht wird: das, was in allen Büchern als Weg vermittelt wird, findet keine besondere Beachtung in unserem Bildungsweg. So dass wir denken, wir wären den ganzen negativen Gefühlen hilflos ausgeliefert. Pfff, das ist nicht wahr. Echt.
Niemand ist ausgeliefert. Wir haben vergessen darauf zu hören, was wir wollen. Stattdessen rennen wir fertigen Konzepten hinterher. Es gibt so einfache menschliche Gesetze – und sie werden nicht beigebracht. Der heutige Mensch weiß nicht, wer er ist. Und was er tun soll, weiß er noch weniger. Und dann passiert das. Genau das.
Es gibt aber Wege. Unmengen. Ich selbst bin einen davon gegangen und ich bin total stolz drauf. Und ich möchte das weitergeben. Man kann alles schaffen, wenn man einige grundlegende Dinge kapiert. Die Voraussetzung ist nur, sich von bisherigen Gedanken zu lösen. Das verkaufen viele Coaches als riesiges Geheimnis in ihren Seminaren. Ich finde das gut, aber zu teuer. Und für diese Seminare interessieren sich meist Menschen, die sowieso schon kapiert haben, dass das ein Weg ist. Aber ich will, dass Menschen, die das nicht kapiert haben, die noch nichts davon wissen endlich mit ihrer Nase dagegen stoßen. Das ist mein Ziel.