Eine Erkenntnis nach der anderen prasselt auf mich ein - und gleich auf dich
mmuppetti 24. März 2009
Wuuuuuuh. Ihr ahnt nicht, wie sich das Bild fügt. Es fügt sich, fügt, fügt, fügt. Ihr wisst es eigentlich schon längst. Ich bin mir sicher: jeder von euch. Aber die Sache ist ja immer, dass man denkt, man wäre mit seinen Gedanken allein, nicht wahr? Man empfindet sich selbst als das Zentrum - klar, hat eine gewisse Logik - und dieses Zentrum ist für sich selbst natürlich einzigartig.
Für sich selbst.
Leider nur für sich selbst. So einzigartig wie jeder von uns sein mag: die grundlegendsten Wahrheiten wiederholen sich. Immer und immer wieder, in jeder Generation, tagtäglich.
Ich zähle sie auf:
1. jeder von uns muss Nahrung (ich sage nicht welcher Form) zu sich nehmen, damit er überlebt.
2. jeder von uns braucht eine Aufgabe, einen Sinn - das kann einen Tag dauern oder eine Woche, einen Monat, ein Leben. Aufgaben treiben uns an.
3. jeder von uns denkt über sich selbst und das, was er erreicht hat, nach. Im Vergleich mit einem propagierten Ideal oder anderen Mitmenschen. Dann zieht er eine Bilanz.
4. jeder von uns möchte respektiert und anerkannt werden. Jeder.
5. jeder von uns möchte geliebt werden, das heißt also auch: so sein können wie er ist. Ohne Masken, ohne Facetten, ohne Getue, ohne Theater. Ehrlich sein.
Was passiert, wenn wir die Dinge nicht bekommen?
1. ohne Nahrung überleben wir nicht lange und sterben einfach weg.
2. ohne Aufgabe verirren wir uns in Gedanken, in der Welt, in Wünschen, in Hoffnungen. Ohne Aufgabe paralysieren wir, verharren wir in einem Zustand aus Hilflosigkeit. Dann sind wir dankbar für jeden Input, haben aber verlernt, ihn Ernst zu nehmen.
3. tja, je nachdem wie ernst er das System um ihn herum nimmt, fällt seine Bilanz positiv oder negativ auf. Negative Bilanzen wollen wir nicht sehen, wollen wir nicht haben. Resultat: wir reden was schön, bis wir es eines Tages kapieren müssen oder aber wir resignieren. Als gäbe es nur diese beiden Wege. Es gibt viel mehr.
4. das ist ein Teufelskreis. Ohne Respekt und Anerkennung von außen, denken wir respektlos von uns selbst. Und wenn wir respektlos von uns selbst denken, dann erneten wir wieder Respektlosigkeit und alles andere als Anerkennung. Wir müssen da einen Schritt vor oder zurück, aber raus aus dem Kreis. Unterbrechen können wir ihn nur selbst. Das ist das Schwierige, aber genau das macht uns dann schön und stark - weil wir es geschafft haben.
5. ohne Liebe sind wir unerträglich. Ohne Liebe fehlt uns der Sinn. Ohne Liebe gehören wir nirgends hinzu. Aber Liebe ist sehr vielfältig und in so vielen Menschen zu finden. Es muss nicht immer nur diese Suche nach der einzig wahren erotischen Romeo-und-Julia-haften Liebe sein. Das ist Leidenschaft. Leidenschaft ist schön, aber sie vergeht. Liebe hingegen ist etwas Konstantes, wenn man sie endlich verstanden, gefunden und behalten hat.
So. Und nu? Jetzt erzählt mir bloß nicht, das habt ihr nicht gewusst? Oder das wäre ganz schrecklich kompliziert. Ist es nämlich gar nicht. Man muss nur endlich handeln, einen Schritt gehen, sich bewegen. Bewegen. Das ist nämlich das Geheimnis… hups, und nu nicht mehr.
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Es mag merkwuerdig klingen, wenn ich hier von koerplichen Kontakt schreibe. Tatsaechlich scheint mir das herzliche und gefuehlvolle Miteinander, das Umarmen, das freundliche Streicheln, Gesten eben, die durch den direkten Kontakt auch die Verbindung zu unserem Gegenueber verstaerken, eine elementare Groesse in diesem Spiel des Lebens zu sein. Ich bin ueberzeugt, dass wir Menschen diese Art von Naehe brauchen und sie auch geniessen. Ich erfahre hier mit meinen brasilianischen Freunden gerade eine hoffnungsvolle Alternative zu der eher isoliert und kuehl wirkenden europaeischen Kultur. Damit will ich nicht alle ueber einen Kamm scheren, sondern nur die Tendenz benennen, wie sie sich mir darstellt.
Das Internet, die Grosstadt - das alles sind tolle Sachen. Wie immer sollten wir uns der Schatten gewahr sein. Also haeufiger mal den Rechner ausschalten und mit Freunden zusammen auf der Wiese brunchen oder abends mal kurz auf einen Plausch vorbeischauen, solche verbindenden Dinge eben. Das ist nicht schwer. Das hatten wir alles schon.
Liebe Gruesse und im woertlichen Sinne
um abraço (Umarmung)
Micha (Salvador da Bahia)