Amoktaten – Forschungsüberblick unter besonderer Beachtung jugendlicher Täter im schulischen Kontext.
mmuppetti 30. Mai 2009
Auf der weltweiten Suche nach einer Antwort, bin ich auf ein interessantes PDF gestoßen - eine Studie oder ein Forschungsbericht zum Thema. Herausgegeben von der “Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle”. Dort wird zunächst beschrieben und definiert, was ein Amoklauf ist und dass dieser meist mit dem Suizid endet. Es werden sehr viele Beispiele zur Verdeutlichung genommen und bisher durchgeführte Amokläufe genannt.
Weiter geht es mit der Beschreibung der Täter und der Opfer. Beeindruckend ist - wie immer hat sich natürlich schon ein Mensch Gedanken dazu gemacht - dass es natürlich Ideen und das Bedürfnis nach einer schematischen Einordnung gibt. Klar, wäre es nicht wunderbar, böse Absichten sofort zu erkennen? Da dies nicht geht, da kein Mensch einfach so in eine Matrix passt… zeigt sich mir mal wieder: wir, die Umgebung, jeder von uns, unsere Wahrnehmung und unsere Empathie sind gefragt. Klar können wir sehen, fühlen, erkennen, ob jemand permanent schlecht drauf ist. Klar können wir in einem gewissen Maße einschätzen, was für Menschen uns umgeben. Zumindest, wenn wir - so wie mit Klassenkameraden oder Arbeitskollegen - täglich mit ihnen zu tun haben.
Die Lösung ist immer noch: kein Individuum für sich selbst in seiner Soße baden zu lassen. Gedankenaustausch, Gespräche, die zeigen, dass uns allen das Leben schwer fallen kann, müssen ran! Eine Kultur zur Pflege des Selbst, des Inneren. Schluss mit Getue und Kosmetika, schluss mit bekloppten “Ich bin toll”-Hüllen! Das wollen wir nicht! Wir alle wollen sein wie wir sind und dafür möchten wir akzeptiert werden. Die wenigsten Menschen sind von Natur aus böse oder mordlustig, aber sehr viele sind frustriert und das lässt dann Knoten platzen.
Zitat aus der Studie:
“Die Befragung der Peer Group des Jugendlichen ist auch insoweit ein zentrales Ermittlungsinstrument, als dass die Forschung gezeigt hat, dass potenzielle Amoktäter häufig (absichtliche oder unabsichtliche) Hinweise im Kreise ihrer Freunde und Mitschüler platzieren.“
Wer hätte das gedacht?
Link zum PDF hier.
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- 4 Kommentare

Ich finds interessant, dass ne junge Frau wie du sich so sehr mit dem Thema beschäftigt.
Habe die letzten Amokläufe auch mit Interesse verfolgt.Bei den Tätern handelt es sich immer um frustrierte, depressive und wütende Menschen.Die Gesellschafft wie auch die Natur geben uns nunmal bestimmte Ideale vor, wie wir zu sein haben.Menschen, die stark davon abweichen werden nunmal eher geringgeschätzt.Viele der Täter wurden ja dann auch gemobbt.Dadurch ziehen sie sich zurück, wodurch alles nur schlimmer wird.Ich denke es wird auch ne große Portion Neid und Missgunst mitgespielt haben.Die Täter haben bestimmt oft zu den “beliebten, schönen und reichen” rübergeschaut und sich damit verglichen.Dadurch hat sich dann wohl auch Selbsthass aufgebaut.Desweiteren fehlte diesen Leuten einfach Bestätigung von anderen Menschen in den für sie wichtigen Bereichen.Diese Leute sehen dann keinen Sinn mehr im Leben und lassen ihren Frust noch ein letztes Mal raus.
Natürlich dreht nicht jeder frustrierte Mensch durch.Da müssen eben die richtigen Ereignisse/Erlebnisse auf die richtige Persönlichkeit treffen.
Dass sich die Amokläufe häufen liegt wohl an unserer Spaß und Konsumgesellschafft.Mir kommts oft so vor, als ob wir alle nur noch Achtung und Respekt vor Leuten haben, die so ideal sind, wie die “Stars” aus Zeitschriften und Filmen.Wer nicht so ein toller “Held” ist, brauch gar nicht erst ankommen.Das Leben ist nunmal leider kein Ponyhof.Die einen bekommen Glück im Überfluss und die anderen kriegen nix.Da wird es in Zukunft noch genug Menschen geben, die auf ihr Leben keinen Bock mehr haben und durchdrehen.
Was vielleicht helfen würde wäre, wenn wir unsere astronomischen Ansprüche an andere Menschen senken würden.Denn heute wird oft nur noch das Beste vom Besten akzeptiert.Der Rest wird nicht beachtet.Es war ja klar, dass unter den Tätern kein super beliebter Typ war.
Gewinner und Verlierer.
Ragnarök
Hallo Ragnarök,
vielen Dank für deinen Kommentar, den ich interessiert und aufmerksam gelesen habe.
“Gewinner und Verlierer” fasst deinen Kommentar zusammen, finde ich. Die Frage ist nur: werden wir wirklich als Gewinner oder Verlierer geboren oder geben wir uns die Rolle selbst?
Wie oft kommt es vor, dass Menschen, die wirklich seit Geburt hart vom Schicksal getroffen wurden, erstaunliche Kräfte entwickeln und alles tun, um eben nicht als Opfer gesehen zu werden.
Und wie oft kommt es vor, dass Menschen, die an sich keine ersichtlichen Nachteile mitbekommen haben - also beispielsweise körperlich gesund sind und auch ein wenig Grips haben - sich einfach fallenlassen in eine Orgie aus hässlichen, aussichtslosen Gedanken. Die uns bekannte Spirale.
Was ich feststellen muss: man kann bis zu einem gewissen Punkt selbst beeinflussen, ob einem das Leben in einem Mustopf aus miesen Gedanken und vermeintlich riesigen Problemen wahrnimmt oder sich auch mal nach unten vergleicht. Im Sinne von: was ist los? Ich habe einen gesunden Körper, ich habe Freunde, ich habe einen Job… ich werd auch noch die richtige Frau finden! Vielen anderen geht es viel schlechter als mir und ich jammer den ganzen Tach rum.
Vielleicht ist auch das Geheimnis, sich nicht mit dem einfachen Leben zu vergleichen, sondern mit dem wirklich schwierigen. Dann weiß man selbst, wo man steht.
Der Vergleich mit Film-Menschen oder Titel-Blatt-Faltenlosen ist ohnehin nicht realistisch. Und Helden sind sie nicht. Wir wollen Helden, weil sie uns zeigen, wann man nicht jammert.
Drei Helden habe ich hier gefunden:
> http://www.youtube.com/watch?v=__mo1JXmi7U&feature=related
> http://www.youtube.com/watch?v=JQVBdSkSUxk
> http://fokussiert.com/2008/02/27/kevin-connolly-der-fotograf-ohne-beine
Ich denke, dass sich niemand die Rolle als Verlierer selbst gibt.Es wird dafür immer Gründe geben.Einige Sachen sind angeboren und manche bekommt man eben im Leben dazu.Es gibt immer Leute, die trotz ihres schweren Schicksals was aus sich machen.Aber ich denke, dass es noch viel mehr gibt, die sich dann erst recht hängen lassen.Die werden dann ihr lebenlang fertig gemacht und das speichert sich im Gehirn fest.Wenn das oft genug passiert gehen die nicht mehr davon aus, dass sich mal was ändert.Da kennt man es einfach nicht anders.Dann lässt man sich erst recht gehen.
Und zu dem “körperlich gesund sind und auch ein wenig Grips haben “.Das ist natürlich immer toll, wenn man gesund ist aber glaubst du wirklich, dass das alles im Leben ist?Wenn ich mir vorstelle, dass ich irgendwann im Altersheim liege, nur noch 5 Minuten zu leben habe und mir dann die Frage stelle: “Was hab ich vom Leben gehabt?” und dann erstmal lange überlegen muss……….da kommen bei vielen Leuten erstmal nur die negativen Gedanken hoch.Da erinnert man sich daran, dass man immer fertig gemacht wurde, nicht beachtet wurde, immer allein war, keine Bestätigung erhalten hat usw. usf. Und wenn man dann nach langem überlegen sagt: “Öh ja gesund war ich ja wenigstens” finde ich das ehrlichgesagt ein bisschen wenig.Unter nem erfüllten Leben stell ich mir was anderes vor.
Wie wir uns entwickeln hängt nunmal auch zu einem großen Teil von unserer Umwelt ab.Und die reagiert auf mache positiv und auf andere negativ.Und jeder geht damit nunmal anders um.Wie man damit umgeht hängt auch davon ab, welche Erfahrungen man schon im Vorfeld gemacht hat und wie man sich selbst sieht.
Sich nach unten vergleichen halte ich für den falschen Weg.Ich denke die Natur hat alle Lebewesen mit der Tendenz erschaffen sich eher nach oben zu vergleichen.Im Laufe der Evolution wurden alle Lebewesen verbessert.Man will immer besser sein als die anderen und alles optimieren.
Klar kannst du zu jemandem der z.B. im Rollstuhl sitzt sagen: “Ich weiß gar nicht was du hast.Den Kindern in der 3ten Welt gehts noch viel schlimmer als dir”.Aber man kann den Gedanken auch weiterspinnen.Du kannst dann nämlich auch zu dem hungernden Kind gehen und sagen, dass es rgendwo einen Typen gibt, der gerade an Krebs stirbt und dem gehts ja noch viel schlechter.Kannst auch zum Krebskranken gehen und sagen, dass gerade einer noch viel grausamer an Aids stirbt.Das wird jedoch keine Probleme lösen.
Wenn jemand mit seinem Leben unglücklich ist wird es ihm glaube ich nicht helfen, wenn er weiß, dass es immer jemanden gibt, der noch schlechter dran ist als er selbst.
Negative Gedanken stapeln sich eben oft bis alles verdeckt ist.Und dann sieht man nix anderes mehr.Und wenn man jeden Tag den gleichen Mist sieht, dann hat man irgendwann keinen Bock mehr drauf.Es gibt dann Menschen, die sich für all das “Rächen” wollen.
Hey Ragnarök,
du hast dir ja da schon eine Menge Gedanken gemacht - zu dem ganzen Thema “Leben”. Es gibt Punkte, da stimme ich dir sofort zu, bei anderen habe ich eine ganz andere Meinung.
Beispielsweise stimme ich dir zu, dass Erfahrungen im Leben natürlich einen Einfluss auf uns Menschen haben. Ohne Zweifel. Schließlich lernen wir - Gutes und Schlechtes - durch Erfahrungen, durch die Praxis sozusagen.
Für mich ist aber auch noch wichtig, was man dann daraus zieht. Das bestimmt man in gewisser Weise selbst. Wenn mich jemand ärgert oder schlimmer noch, ignoriert, kann ich das entweder so abtun als “naja, ich bin eben ein Niemand, die Welt ist doof zu mir, die und der sind blöd” oder ich kann mir eine sehr wichtige Frage stellen - vielleicht die erste Frage, die uns als Kinder immer eingefallen ist: “Wieso ist das so?” Warum werde ich ignoriert, warum werde ich immer betrogen, warum lachen mich alle aus… etc.
Und ich bin überzeugt, dass allein die Fragestellung - die einen heraushebt aus dem eigenen Gedankenkreis - der Beginn sein könnte, etwas aktiv an der Lage zu ändern. Das führe ich an, weil ich aus meinen Erfahrungen auch gelernt habe. Mitunter gelernt habe, dass man selbst viel mehr beeinflussen kann, als es einem klar ist. Man wächst aber in unserer Gesellschaft passiv auf und ordnet sich IMMER einer Instanz unter. Zuerst die Eltern, dann die Schule, dann die Arbeit oder Uni und und und. Uns wird gar nicht beigebracht, die Dinge selbst zu ergründen. Uns wird beigebracht, das zu tun, was erwartet wird. Also bleiben wir in der passiven Rolle und schwupps… kommen wir da so schwer raus.
Zur Gesundheit möchte ich ergänzend schreiben: ich finde sie ist die Basis. Wenn du gesund bist, dann kannst du zunächst einfacher handeln. Du musst nicht noch das Hindernis aus dem Weg räumen, wie du aus dem Haus kommst oder wie du dich mitteilst. Wenn du gesund bist, sind die Dinge einfacher. Gute Basis.
Zum Vergleich nach unten habe ich mich beim letzten Mal nicht eindeutig ausgedrückt. Ich meine natürlich nicht, dass du zu anderen hingehst und ihnen erstmal eine Runde lang erzählst, wie gut es für dich selbst und schlecht für den anderen ist. Nein. Was ich meine, ist ein Vergleich im Kopf, den man NUR mit sich selbst ausmacht. Im Sinne von: “Hey, ich bin gesund, kann was anpacken. Ich hab einen Job, eine Wohnung, die okay ist. Ich hab 2 gute Kumpels, zu denen ich hingehen kann, wenn ich Probleme habe.” Das ist doch eine super Basis, um etwas in der Welt aufzubauen. Nach dem Motto: “Wieso soll ich jammern? Es hätte schlimmer sein können, ich bin froh, dass es das nicht ist und jetzt nehm ich mich zusammen und löse den Streit mit Person xy endlich auf.” Verstehst du?
In dem Vergleich sieht man, wo man selbst steht. Und ich muss dir sagen: das ist auch das Prinzip der Suche nach dem Glück. Kein Gut, keine Millionen oder 20 teure Cabrios machen dich glücklich, wenn du nicht auch die Einstellung im Inneren dazu hast. Wenn ich das weiß, kann ich mich auch schon mit kleineren Dingen im Leben glücklich stellen. Welchen Grund gibt es zu jammern, wenn man Essen, ein Dach über dem Kopf und Freunde hat? Alle anderen Probleme kann man lösen. Für mich ist das eine Einstellung im Kopf. Und die kann man beeinflussen. Sonst gäbe es kein Coaching, keine Erziehung, keine Bücher, keine Erfahrungsberichte von anderen.
Zu dem Abschluss bei dir: ideal ist, wenn man eine Ansammlung negativer Gedanken erst gar nicht zulässt. Ich habe für mich die Strategie des Vergleichs gefunden und auch noch eine andere Sache. Ich versuche nichts in mich reinzufressen. Wenn etwas Mist ist und mir zu schaffen macht, dann versuche ich dem nachzugehen - solange bis ich es löse oder Hilfe habe oder sonstwas. Aber in sich reinfressen und ansammeln ist Mist und bringt auch ÜBERHAUPT KEINEN Vorteil.
Was meinst du?