Anderen helfen macht gesund - Die Cosmopolitan überrascht mich angenehm

mmuppetti 2. Juni 2009

Meine Mittbewohnerin hat eine Cosmopolitan im Flur rumliegen lassen, März 2009. Ich denke mir, mal schaun, was da so drin steht. Und bin total baff! Es stell sich raus, die Artikel haben Hand und Fuß, auf einem gewissen Niveau. Also nicht nur Schminck-und-Sex-Tipps, sondern auch Artikel, die unsere Alltagsprobleme genauer ansehen. Beispielsweise den hier: “Warum Geben so gut tut”.
Mit der Einleitung:

Wenn man glücklich ist, fällt es leicht, Geschenke zu machen oder Trost zu spenden. Ganz anders, wenn man gerade in der Krise steckt. Forscher empfehlen jedoch, besonders in schlechten Zeiten für andere da zu sein. Denn wem das gelingt, der hilft auch sich selbst.

Danach werden zwei Menschen vorgestellt, die es ziemlich schwer getroffen hat. Eine Frau mit Multipler Sklerose, die im Rollstuhl sitzen muss und eine Frau, deren Werbeagentur aus den Miesen nicht rauskommt. Beide empfinden es anfänglich als Last, dem Rat des Psychologen zu folgen und für andere da zu sein. Die von MS betroffene Frau überwindet sich, einen alten Freund anzurufen, der auch an MS leidet. Dieser Anruf stärkt ihr eigenes Selbstbewusstsein, weil sie sich aus der Rolle des Opfers herausmanövriert, hin zum Helfer. Soweit sogar, dass sie eine eigene Initiative im Internet gründet. Mittlerweile hat sie das Helfen so eingespannt, dass sich ihr ganzes Leben positiv verändert hat - sie vergisst sogar bei einem Einkauf ihre Krücken. Fazit:

Sich um andere zu kümmern, holt uns ganz schnell raus aus der Grübefalle des eigenen Kummerkastens. Wir konzentrieren uns schlicht auf ein anderes Thema. Oft relativiert sich dann das eigene Leid.

Mir hat dieser Artikel ungeheuer gefallen, denn er fasst das zusamen, was auch in dicken Psychobüchern steht, macht es aber konsumierbar. Sich ernsthaft mit Psychologie und den eigenen Mechanismen auseinander zu setzen… dazu haben viele Menschen zumindest bis zur 1. Lebenshälfte gar keine Lust. Obwohl diese so ungeheuer wichtig und bereichernd sind und einem das Leben auf wundersame Weise erleichtern.

Alles ist eine Frage der Perspektive. Und der Rolle, die man einnimmt. Bin ich lieber passiv und liefere mich allen hässlichen Sachen aus oder bin ich lieber aktiv und bestimme selbst, was mein Leben beeinflusst und was nicht.
Ich wähle aktiv.

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