Ich hätte gern 230g Mündigkeit, bitte.

mmuppetti 14. September 2009

Danke. Seien wir ehrlich: das Übel ist nicht, dass es per menschlicher Definition Gut und Böse gibt. Das Übel ist, dass das sich zu “gut” Ordnende einfach unmündig ist und sich alles gefallen lässt.
Kennen wir das nicht aus der eigenen Familie? Nehmen wir einen Tyrannen, der mit sich selbst und seiner unruhigen Seele nicht im Reinen ist. Er ist unzufrieden, sein Leben kommt ihm sinnlos vor etc. Er hat schlechte Laune. Das Einfachste ist nun, andere verantwortlich zu machen und seine Kinder und Frau zu schlagen. Einfach mal Dampf ablassen an anderen. Eine bessere Lösung wäre: 4 Wochen Klosteraufenthalt zur Besinnung, Beruhigung, Erkenntnis. Aber: wer macht das?
Nun die andere Seite. Warum muss das Gute, das Unschuldige immer einen naiven und schutzlosen Eindruck machen? Warum lassen sich Menschen schlagen, tyrannisieren, kaputt machen, warum lassen sie sich ihre Seele rausreißen? Und ich rede hier von FAMILIE, nicht von einer Untergrundorganisation, die Menschen kidnappt!

Warum wehren sich die Menschen nicht? Warum lassen sie sich anflaumen, warum nehmen sie alle Dinge hin? Diagnosen von Ärzten, Befehle von Eltern, Meinungen von Lehrern, Konzepte von Politikern?
Warum denken Menschen, dass das, was gesagt wird, unbedingt richtig ist? In der außenwelt sind alle Dinge nur EIN Weg, nur Ideen, nur Konzepte, die sich ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen mit ihren eigenen Interessen überlegt hat. Und diese Gruppe hat nur deswegen Macht, weil der Mensch an sich gutgläubig ist, ein Mitläufer, ein Nicht-Denker, ein Sesselfurzer, ein Schaf.

Meine Lieben, ihr wisst, dass es Intuition gibt. Ihr wisst, dass jeder von uns ein kleines zartes Stimmlein in sich hat, das genau weiß, wann Unrecht geschieht. Aber wer in diesem System bringt uns bei, auf dieses Stimmchen zu hören? Yep, niemand. Von früh an, wird unser kleines Ich mit Regeln und Verboten überflutet. Als Erwachsene haben wir plötzlich Zweifel an Dingen, die scheinbar “normal” sind, die sich so gehören. Aber das ist alles nur EINE Definition, nur EINE Betrachtung, nur EINE Interpretation.

Würde jeder von uns mehr Mut haben und auf das hören, was in ihm spricht, dann wäre es nicht so verdammt einfach mit uns so manipulativ umzugehen. Ich bin für innere Weiterbildung und Mündigkeit! Ich bin für die Aufklärung 2.0 und den Menschen 2.0. Ja, ich bin!

Außerdem werde ich meinen nächsten Urlaub in einem Kloster verbringen, um Ruhe zu finden und mich nicht von diesem ganzen Kram aus der Fassung bringen zu lassen. Das Schwierigste ist, die Welt zu durchschauen und daran nicht zu zerbrechen.

2 Reaktionen zu “Ich hätte gern 230g Mündigkeit, bitte.”

  1. Martinam 19. September 2009 um 10:28 Uhr

    Was willst du im Kloster?
    Deine Gedanken sind doch ganz gut!
    Keine Gewalt, selbstständig denken mal was aussprechen mündig sein.
    Find ich richtig gut, wenn man nicht alles schluckt und sich alles gefallen lässt!
    Aber dann willst du dich an ein Kloster wenden…!? :-(
    Also an eine Glaubensgemeinschaft die viele tausent Jahre genau das getan hat wogegen du bist!

    Mündigkeit abschaffen, unterdrücken lassen, Menschen töten, Hexenverbrennung und Kreuzzüge. Informiere dich bitte über Karol Józef Wojtyła bevor er Papst wurde. Also womit der scheinheilige Kerl seine Brötchen verdient hat!
    Und dann schau dir die Schafe an, die den dann auch noch anbeten.
    Da willst du dich doch nicht wirklich dazustellen!!!
    Egal, mach was du denkst.
    Zitat:”Sei deinen Freunden nah, aber deinen Feinden näher!”

  2. mmuppettiam 2. Oktober 2009 um 18:41 Uhr

    Hey Martin,
    wie ich sehe, nimmst du mich genau unter die Lupe. Danke.
    Ein Kloster muss nicht nur katholisch sein - das erstmal als Anfang. Als zweites: ich bin nicht gegen Glaubensgemeinschaft, wenn sie den einzelnen darin respektiert. Wenn ich “Mündigkeit abschaffen, unterdrücken lassen, Menschen töten, Hexenverbrennung und Kreuzzüge.” lese, denke ich vor allem an das Christentum und andere Religionen, die den Staat und Religion, also damit auch Krieg und Gewalt, miteinander verbinden.
    Aber das heißt nicht, dass 7 Mönche, die friedlich irgendwo in einem Kloster wirtschaften dazu gehören! Das ist über einen Kamm schehren und das wiederum, willst DU eigentlich nicht und tust es hier.
    Außerdem will ich nicht dahin, um mich einer Glaubensgemeinschaft anzuschließen, sondern um vor der lauten Zivilisation zu flüchten. Es muss kein Kloster sein, es kann auch ein Dorf sein - irgendwas, weit weg und ruhig, damit ich hören kann, was ich denke und mich aus der Gleichschaltung entferne.
    Ich suche nur den Ort, nicht die Religion, die sich dahinter verbirgt.
    Pff, nicht einfach mit dir. Oder mit mir?
    ;-)

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