Allgemein

Rezept für alles

mmuppetti 1. November 2009

Immer und immer wieder komme ich auf einen Punkt zurück. Zuerst hilft Zeit, dann hilft reden. Egal, was unser Kopf rumspinnt, egal, welch gemeine Gedanken wir hegen, egal, welchen Bereich es angeht. Es ist immer und immer wieder gleich: es geht allen so. Alle haben Zweifel, alle haben Sorgen, alle haben 1000 Gedanken, die den ganzen Tag rumquatschen.
Dazu habe ich vorgestern einen sehr ermutigenden Film gesehen: Der friedliche Krieger. Wirklich gut.
Hätte vielleicht für den “modernen” Menschen anders benannt werden sollen, um ein Hit zu werden, aber die Aussage motivierte mich, meinen Weg immer weiter zu gehen. Immer weiter und weiter, weil er doch gut ist.

Es gibt eine Regel, die mir eine Weise mitteilte. Die Bilanz eines jeden Tages sollte so sein: 70% für sich und 30% für andere. Das heißt, 70% am Tage tue ich Dinge, die nur gut sind für mich, die mich voran bringen, mich glücklich machen. Das heißt auch, dass ich darin zu anderen “nein” sage. Nein-Sagen ist schwer, ja, aber man kann es üben. Der Rest, also die 30%, sind die, die ich mich anpasse. Das sind die, in denen ich anderen Gefallen tue oder ihnen zuhöre oder ihnen anderweitig helfe.
Das ist wichtig zu verstehen. Der wichtigste Mensch in seinem Leben sollte man selbst sein. Wieso?
Weil , wenn man sich nicht um sich selbst und seine Gesundheit im Kopf und Körper kümmert, man dann mit Problemen konfroniert wird, die mit einem selbst zu tun haben. Und wer muss die dann lösen?
Richtig. Man selbst.
Also - wenn wir schon unser Auto zum TÜV bringen, wieso dann nicht auch im eigenen Innenleben vorsorgen? Das kann unheimlich viele unangenehme Dinge verhindern und erleichtert unser Leben.
Und das wollen wir doch: ein leichteres Leben.

Mensch++

mmuppetti 16. September 2009

Wisst ihr, mich würde eine neue Ausgabe des Menschen freuen. Aber nicht ein Clon, das pausbäckig gesund aussieht und eine tolle, 200 Jahre alt werdende Leber und Herz in sich trägt, sondern einfach nur eine Art Hirn&Psychen-Entwicklung. Ich meine, brauchen wir bessere Körper? Nein. Weil wir ja eh 100 verschiedene Vehikel haben, die uns Mühe abnehmen und auch keine Unmengen an Muskelkraft mehr verlangen. Aber brauchen wir eine neue Psyche? Vielleicht eine, die mehr kapiert und tiefgründiger ist als das, was wir jetzt haben? Eine, die versteht, dass alle Lebewesen über einen Code miteinander verbunden sind (ihr wisst schon… “Die Chemie stimmt”, Freundschaften und Liebe). Eine Psyche, in der das Ego weniger schreit und bockt, weil es kapiert, dass es sehr bereichert, andere voranzubringen. Man kann nicht unabhängig sein vom Glück oder Unglück der eigenen Umgebung. Wenn es jemandem in unserer Nähe schlecht geht, überträgt es sich natürlich zu gewissen Teilen auf uns. Auch umgekehrt. Aber was tun wir? Wir verschließen uns, denken wir hätten das Recht, auf andere sauer zu sein und schmoren. Wie oft habe ich das gemacht?! Wir oft! Viel zu oft!
[Mehr später, ich muss das erstmal begreifen.]
[Alter, unglücklich gewählter Titel des Artikels: Mensch 2.0]

Ich hätte gern 230g Mündigkeit, bitte.

mmuppetti 14. September 2009

Danke. Seien wir ehrlich: das Übel ist nicht, dass es per menschlicher Definition Gut und Böse gibt. Das Übel ist, dass das sich zu “gut” Ordnende einfach unmündig ist und sich alles gefallen lässt.
Kennen wir das nicht aus der eigenen Familie? Nehmen wir einen Tyrannen, der mit sich selbst und seiner unruhigen Seele nicht im Reinen ist. Er ist unzufrieden, sein Leben kommt ihm sinnlos vor etc. Er hat schlechte Laune. Das Einfachste ist nun, andere verantwortlich zu machen und seine Kinder und Frau zu schlagen. Einfach mal Dampf ablassen an anderen. Eine bessere Lösung wäre: 4 Wochen Klosteraufenthalt zur Besinnung, Beruhigung, Erkenntnis. Aber: wer macht das?
Nun die andere Seite. Warum muss das Gute, das Unschuldige immer einen naiven und schutzlosen Eindruck machen? Warum lassen sich Menschen schlagen, tyrannisieren, kaputt machen, warum lassen sie sich ihre Seele rausreißen? Und ich rede hier von FAMILIE, nicht von einer Untergrundorganisation, die Menschen kidnappt!

Warum wehren sich die Menschen nicht? Warum lassen sie sich anflaumen, warum nehmen sie alle Dinge hin? Diagnosen von Ärzten, Befehle von Eltern, Meinungen von Lehrern, Konzepte von Politikern?
Warum denken Menschen, dass das, was gesagt wird, unbedingt richtig ist? In der außenwelt sind alle Dinge nur EIN Weg, nur Ideen, nur Konzepte, die sich ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen mit ihren eigenen Interessen überlegt hat. Und diese Gruppe hat nur deswegen Macht, weil der Mensch an sich gutgläubig ist, ein Mitläufer, ein Nicht-Denker, ein Sesselfurzer, ein Schaf.

Meine Lieben, ihr wisst, dass es Intuition gibt. Ihr wisst, dass jeder von uns ein kleines zartes Stimmlein in sich hat, das genau weiß, wann Unrecht geschieht. Aber wer in diesem System bringt uns bei, auf dieses Stimmchen zu hören? Yep, niemand. Von früh an, wird unser kleines Ich mit Regeln und Verboten überflutet. Als Erwachsene haben wir plötzlich Zweifel an Dingen, die scheinbar “normal” sind, die sich so gehören. Aber das ist alles nur EINE Definition, nur EINE Betrachtung, nur EINE Interpretation.

Würde jeder von uns mehr Mut haben und auf das hören, was in ihm spricht, dann wäre es nicht so verdammt einfach mit uns so manipulativ umzugehen. Ich bin für innere Weiterbildung und Mündigkeit! Ich bin für die Aufklärung 2.0 und den Menschen 2.0. Ja, ich bin!

Außerdem werde ich meinen nächsten Urlaub in einem Kloster verbringen, um Ruhe zu finden und mich nicht von diesem ganzen Kram aus der Fassung bringen zu lassen. Das Schwierigste ist, die Welt zu durchschauen und daran nicht zu zerbrechen.

“Die Individualismusfalle”

mmuppetti 28. Juni 2009

Wir leben in der Individualismusfalle - dazu gibt es das gleichnamige Buch von Wolfgang Kiener und Frater Johannes Weise.
Was das nun ist, diese Individualismusfalle? Ein Thema, das uns die ganze Zeit begleitet, aber wir uns entweder die Zeit nicht nehmen, um herauszufinden, was es ist oder aber unser Stimmchen in der Brust verdrängen “Sei still und red’ keinen Quatsch!”.
Unser Leben ist so ausgerichtet, dass es dem Individuum dient. Wir können uns alles kaufen, erfahren Service und Personalisierung “Sehr geehrte Frau Soundso…”, Supermärkte haben länger geöffnet, damit Büro-Individuen noch schnell was einkaufen können. Wir haben unsere eigene E-Mail Adresse, selbstgemachte T-Shirts, Kugelschreiber mit unserem Namen drauf, Visitenkarten… vielleicht sogar Unterwäsche. Häuser, Bankkredite, Autos. Wir sind. Und zwar auf individuellen Gegenständen markiert mit uns. “Meins, deins, seins.”
Das ist Teil 1.
Dass wir unabhängiger werden, weil wir jede Dienstleistung einkaufen können, statt einen Tausch mit unseren Freunden zu machen, ergibt sich unweigerlich daraus. Hier eine Massage, da eine Maniküre oder gar ein organisierter Erlebnisabend mit Dinner, Unterhaltung und einem personalisierten Rätselspiel, bei dem man die eigene Frau gewinnt.
Das einzige, wovon wir abhängig sind, ist Geld. Materiell. Ideell ist es immer noch Liebe. Die bekommen wir natürlich zu dem Haus, Auto und neuem MacBook mitverkauft, können sie aber nicht so recht entschlüsseln. Sehnsucht nach einem anderen menschlichen Wesen, das uns bewundert und annimmt, uns über den Kopf fasst und sagt “Du bist toll”, haben wir trotzdem. Und je mehr Zeug uns umgibt, desto mehr Sehnsucht baut sich auf.
Dumm an der Abhängigkeit zu Geld ist der ewige Satz “braucht man ja zum Überleben”. Klar. Ja und nein.
Fangfrage:
Ihre Frau verschwindet mit einem anderen. Ist die Lösung Geld?
Ihr Kind widerspricht ihnen und entdeckt seine eigene Welt. Bieten Sie ihm 100 Euro, um bei Ihrer Sichtweise zu bleiben?
Sie wollen sich ausquatschen, weil ihr Tag stressig war. Reden Sie mit Ihrem Portemonnaie, dem Sie zuvor ein Gesicht aufgeklebt haben?
Sie wollen einen Waldspaziergang machen und Ruhe haben. Nehmen Sie einen Sack Geld mit?
Sie fragen Ihre Eltern, warum sie nicht hätten bessere Eltern sein können, die Ihnen dabei helfen Komplexe ab- statt anzubauen? Wie viel Euro zahlen Sie, um dieses Gespräch zu beginnen?
Und schließlich: Sie wollen, dass die Frau Ihrer Träume sie küsst und sich an Ihre starke Schulter schmiegt. Kaufen oder erobern Sie diese Frau?
Komischerweise lassen sich sehr wichtige Sachen ohne Geld klären. Schockierend oder erleichternd?
Das ist die perfekte Überleitung zur Definition von Glück.
Beim nächsten Mal.

Anderen helfen macht gesund - Die Cosmopolitan überrascht mich angenehm

mmuppetti 2. Juni 2009

Meine Mittbewohnerin hat eine Cosmopolitan im Flur rumliegen lassen, März 2009. Ich denke mir, mal schaun, was da so drin steht. Und bin total baff! Es stell sich raus, die Artikel haben Hand und Fuß, auf einem gewissen Niveau. Also nicht nur Schminck-und-Sex-Tipps, sondern auch Artikel, die unsere Alltagsprobleme genauer ansehen. Beispielsweise den hier: “Warum Geben so gut tut”.
Mit der Einleitung:

Wenn man glücklich ist, fällt es leicht, Geschenke zu machen oder Trost zu spenden. Ganz anders, wenn man gerade in der Krise steckt. Forscher empfehlen jedoch, besonders in schlechten Zeiten für andere da zu sein. Denn wem das gelingt, der hilft auch sich selbst.

Danach werden zwei Menschen vorgestellt, die es ziemlich schwer getroffen hat. Eine Frau mit Multipler Sklerose, die im Rollstuhl sitzen muss und eine Frau, deren Werbeagentur aus den Miesen nicht rauskommt. Beide empfinden es anfänglich als Last, dem Rat des Psychologen zu folgen und für andere da zu sein. Die von MS betroffene Frau überwindet sich, einen alten Freund anzurufen, der auch an MS leidet. Dieser Anruf stärkt ihr eigenes Selbstbewusstsein, weil sie sich aus der Rolle des Opfers herausmanövriert, hin zum Helfer. Soweit sogar, dass sie eine eigene Initiative im Internet gründet. Mittlerweile hat sie das Helfen so eingespannt, dass sich ihr ganzes Leben positiv verändert hat - sie vergisst sogar bei einem Einkauf ihre Krücken. Fazit:

Sich um andere zu kümmern, holt uns ganz schnell raus aus der Grübefalle des eigenen Kummerkastens. Wir konzentrieren uns schlicht auf ein anderes Thema. Oft relativiert sich dann das eigene Leid.

Mir hat dieser Artikel ungeheuer gefallen, denn er fasst das zusamen, was auch in dicken Psychobüchern steht, macht es aber konsumierbar. Sich ernsthaft mit Psychologie und den eigenen Mechanismen auseinander zu setzen… dazu haben viele Menschen zumindest bis zur 1. Lebenshälfte gar keine Lust. Obwohl diese so ungeheuer wichtig und bereichernd sind und einem das Leben auf wundersame Weise erleichtern.

Alles ist eine Frage der Perspektive. Und der Rolle, die man einnimmt. Bin ich lieber passiv und liefere mich allen hässlichen Sachen aus oder bin ich lieber aktiv und bestimme selbst, was mein Leben beeinflusst und was nicht.
Ich wähle aktiv.

Amoktaten – Forschungsüberblick unter besonderer Beachtung jugendlicher Täter im schulischen Kontext.

mmuppetti 30. Mai 2009

Auf der weltweiten Suche nach einer Antwort, bin ich auf ein interessantes PDF gestoßen - eine Studie oder ein Forschungsbericht zum Thema. Herausgegeben von der “Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle”. Dort wird zunächst beschrieben und definiert, was ein Amoklauf ist und dass dieser meist mit dem Suizid endet. Es werden sehr viele Beispiele zur Verdeutlichung genommen und bisher durchgeführte Amokläufe genannt.
Weiter geht es mit der Beschreibung der Täter und der Opfer. Beeindruckend ist - wie immer hat sich natürlich schon ein Mensch Gedanken dazu gemacht - dass es natürlich Ideen und das Bedürfnis nach einer schematischen Einordnung gibt. Klar, wäre es nicht wunderbar, böse Absichten sofort zu erkennen? Da dies nicht geht, da kein Mensch einfach so in eine Matrix passt… zeigt sich mir mal wieder: wir, die Umgebung, jeder von uns, unsere Wahrnehmung und unsere Empathie sind gefragt. Klar können wir sehen, fühlen, erkennen, ob jemand permanent schlecht drauf ist. Klar können wir in einem gewissen Maße einschätzen, was für Menschen uns umgeben. Zumindest, wenn wir - so wie mit Klassenkameraden oder Arbeitskollegen - täglich mit ihnen zu tun haben.
Die Lösung ist immer noch: kein Individuum für sich selbst in seiner Soße baden zu lassen. Gedankenaustausch, Gespräche, die zeigen, dass uns allen das Leben schwer fallen kann, müssen ran! Eine Kultur zur Pflege des Selbst, des Inneren. Schluss mit Getue und Kosmetika, schluss mit bekloppten “Ich bin toll”-Hüllen! Das wollen wir nicht! Wir alle wollen sein wie wir sind und dafür möchten wir akzeptiert werden. Die wenigsten Menschen sind von Natur aus böse oder mordlustig, aber sehr viele sind frustriert und das lässt dann Knoten platzen.
Zitat aus der Studie:

Die Befragung der Peer Group des Jugendlichen ist auch insoweit ein zentrales Ermittlungsinstrument, als dass die Forschung gezeigt hat, dass potenzielle Amoktäter häufig (absichtliche oder unabsichtliche) Hinweise im Kreise ihrer Freunde und Mitschüler platzieren.

Wer hätte das gedacht?
Link zum PDF hier.

IQ vs. EQ

mmuppetti 7. April 2009

In den 90er Jahren machte ein sehr bereicherndes Buch auf sich aufmerksam: Emotionale Intelligenz von Daniel Goleman.
Ich frage mich: hat irgendjemand dort draußen (oben) dieses Buch gelesen? Und verstanden?
Abgesehen davon, dass Goleman schon in seiner Einleitung den Sinn des Buches erläutert und dazu schreibt:
“Das Buch Emotionale Intelligenz verdankt sein Entstehen meiner unmittelbaren Erfahrung einer Krise in der amerikanischen Zivilisation, mit erschreckender Zunahme der Gewaltverbrechen, der Selbstmorde, des Drogenmißbrauchs und anderer Indikatoren für emotionales Elend, besonders unter der amerikanischen Jugend.”

Etwas später kommt ein Absatz, der mich sehr überraschte und mir verkündete, dass wir bereits in der gleichen Situation sind - wie die Bevölkerung der USA, der einst treibenden Wirtschaftsmacht, Welt des Materialismus etc… das kennt ihr ja; Goleman also wieder:

“Meine Freunde in Deutschland sagten mir zwar, daß es in der deutschen Gesellschaft keine derart krassen Krisenphänomene wie in Amerika gäbe, daß meine Vorschläge aber auch für Deutschland gelten könnten, nicht so sehr als akutes Gegenmittel, sondern als präventive Maßnahme.”

Huuuuh, die Frage ist: was ist mit der Prävention geworden? Hat das Bildungssystem eine präventive Maßnahme eingeleitet? Hmm.

So, und nun mal ehrlich: wer glaubt, dass allein der IQ über den erfolgreichen Verlauf eines Lebens bestimmt? Lachen wir nicht immer über Menschen, die zu erpicht sind auf Leistungen, die immer alles wissen und uns an kleine Roboter erinnern? Und ist nicht der Klassenclown der Liebling, der ja doch immer irgendwo durchrutscht und es irgendwie hinbekommt. Emotionale Intelligenz ist nichts Fremdes, Ominöses, gestern Entdecktes - sie ist genauso alt wie wir Menschen und wahrscheinlich war sie auch die erste Intelligenz, die wir hatten, bevor die ganzen Wissenschaften kamen und darüber bestimmt haben, was ein gebildeter, trockender Mensch ist und wer in der Gesellschaft voran kommt und wer nicht. Herzlichen Dank. Alles, was mit unserem Bauchgefühl zu tun hat, wurde daraufhin abgestempelt als gelüstiges, unwissendes, viel zu emotionales, histerisches Etwas. Das Wilde, das Es, das Tier.
(Komischerweise reizt uns das aber bis heute und wider aller Vernunft und Regeln, sich wie ein zivilisierter Mensch zu verhalten, gerade. Beispielsweise beim Sex. Oder? Wer will schon mit einer trockenen Pflaume rummachen, die sich nicht bewegt und das Einmaleins vorkaut? Niemand. Alle wollen, dass ihre Partner wild sind und sich wie Tiere verhalten. Hemmungslos, gelüstig, verschweint. Tja. Konflikt offensichtlich. Die Absurdität ebenfalls. Bäh!)

Diese Zeiten sind vorbei. Das linkshirnige Denken allein reicht nicht mehr, die rechte Hirnhälfte kommt hinzu. Wir kriechen raus aus dem Zeitalter der langweiligen, eckigen, hässlichen Gerätschaften, die nur eine Aufgabe erfüllen sollten. Wir bewegen uns in das Zeitalter der Ästhetik, des Designs, des Spaß’. Schluss mit trockenem Rumgewerkel an Zahlen, Formeln auf vernünftigem Papier, in langweilig formatierten Absätzen, dicken Büchern mit viel zu langen Sätzen! Wir sind Menschen, wir brauchen beides! Logik und Schönheit. So wie es Apple macht, so wie es Ikea macht, so wie es bekannte Designer machen. Design und Ästhetik prägen unsere neue Welt.
Hinzu kommt Bedeutung. Unsere 8h-Arbeitsstelle gibt uns nicht mehr ausreichend Sinn. Man möchte Dinge tun, die für einen selbst wichtig sind, bereichernd, erfüllend und erfreulich. Wer möchte auf seinem Totenbett liegen und denken, er hat dies und das verpasst, sich hier nicht um sich selbst gekümmert und da nicht, sondern nur gearbeitet. Für ein Unternehmen, das es nicht mehr gibt oder das sich als korrupt rausgestellt hat, dessen Manager mit 20 Millionen Rente von Dannen sind. Wer will das?

Es ist eigens definierter Sinn, der uns glücklich macht. Eine Perspektive, eine Aufgabe, in der wir unsere Talente ausleben können, Ideen umsetzen, uns ausprobieren, einfach nur leben und handeln. Wer zum Teufel hat denn gesagt, dass man im Leben alles richtig und vernünftig machen muss? Wie oft leben wir denn? Und haben wir eine Anleitung bekommen? Kinder, ich kann das nicht ansehen, wie viele von euch ihr Leben verschwenden, denken sie müssten anderen genügen. WO steht das? WER vergibt denn Plus- und Minuspunkte?

Im Endeffekt seid ihr es selbst, wenn es soweit ist, dem Tod ins Auge zu sehen. Dann kommt eure Lebensbilanz und dann seht ihr, ob es euer Leben war oder ob ihr es für andere gelebt habt. Tja, und dann ist es zu spät. Aber wenigstens hattet ihr dann noch eine abschließende und die lebenswichtigste Erkenntnis.

Die erste Welle ist vorüber

mmuppetti 3. April 2009

Ja, das ist eine normale Erscheinung. Etwas passiert, es gibt Panik, aber schon 2 Wochen später möchten Menschen in ihre Normalität zurückkehren. Zumindest diejenigen, die das können, die zwar von allem mitbekommen haben, aber keine unmittelbaren Verluste hatten. Nun ja, sei es eben so.
Allerdings gibt es immer noch eine Sache, die höchstwahrscheinlich nicht anders ist als zuvor.
Der Alltag ist gleich. Entweder ist es Schule oder das Zuhause. Oder aber du gehörst zu denjenigen, die der Zeit hinterherhetzen und gestresst im Büro sitzen.
Und sich dann fragen: was mache ich für mich? Für wen tue ich das alles? Mache ich wirklich das, was ich machen will? Kann ich da überhaupt raus?
Und schwupp habe ich dich am Schlawittchen gepackt. Und schwupp ist alles andere nicht mehr egal. Es ist eben nicht egal, ob es dir gut geht oder nicht. Ist es nicht. Aber du bist nunmal der erste Mensch, der dir selbst sagen kann, ob es dir gut geht oder nicht.
Also. Wie geht es dir?

Endlich eine Richtung

mmuppetti 28. März 2009

Nach langem Hin- und Her, in dem ich erstmal selbst einen sinnvollen Weg finden musste, habe ich mich für folgenden Entschieden: motivieren.
Es fing damit an: auf youtube gibt es jede Menge Videos zur Motivation. Allerdings sind sehr viele davon, eine Ansammlung von Zitaten auf Naturhintergründen mit Flötenmusik. Andere Videos zeigen Dr. Echkard von Hirschhausen (sehr sympathisch!) und amüsieren aber eher Menschen ab 30 oder sogar älter?
Was mir fehlt ist eine Art Jugendcoaching. Was es dazu im Web an normalen Webseiten gibt… huuuuh…. da war ich ein wenig überrascht. Okay, ich bin von Berufswegen her sowieso pingelig, wenn es um Websachen geht, aber aber aber… deswegen muss es nicht so lieblos gemacht sein.

Eine Erkenntnis nach der anderen prasselt auf mich ein - und gleich auf dich

mmuppetti 24. März 2009

Wuuuuuuh. Ihr ahnt nicht, wie sich das Bild fügt. Es fügt sich, fügt, fügt, fügt. Ihr wisst es eigentlich schon längst. Ich bin mir sicher: jeder von euch. Aber die Sache ist ja immer, dass man denkt, man wäre mit seinen Gedanken allein, nicht wahr? Man empfindet sich selbst als das Zentrum - klar, hat eine gewisse Logik - und dieses Zentrum ist für sich selbst natürlich einzigartig.
Für sich selbst.
Leider nur für sich selbst. So einzigartig wie jeder von uns sein mag: die grundlegendsten Wahrheiten wiederholen sich. Immer und immer wieder, in jeder Generation, tagtäglich.
Ich zähle sie auf:

1. jeder von uns muss Nahrung (ich sage nicht welcher Form) zu sich nehmen, damit er überlebt.
2. jeder von uns braucht eine Aufgabe, einen Sinn - das kann einen Tag dauern oder eine Woche, einen Monat, ein Leben. Aufgaben treiben uns an.
3. jeder von uns denkt über sich selbst und das, was er erreicht hat, nach. Im Vergleich mit einem propagierten Ideal oder anderen Mitmenschen. Dann zieht er eine Bilanz.
4. jeder von uns möchte respektiert und anerkannt werden. Jeder.
5. jeder von uns möchte geliebt werden, das heißt also auch: so sein können wie er ist. Ohne Masken, ohne Facetten, ohne Getue, ohne Theater. Ehrlich sein.

Was passiert, wenn wir die Dinge nicht bekommen?

1. ohne Nahrung überleben wir nicht lange und sterben einfach weg.
2. ohne Aufgabe verirren wir uns in Gedanken, in der Welt, in Wünschen, in Hoffnungen. Ohne Aufgabe paralysieren wir, verharren wir in einem Zustand aus Hilflosigkeit. Dann sind wir dankbar für jeden Input, haben aber verlernt, ihn Ernst zu nehmen.
3. tja, je nachdem wie ernst er das System um ihn herum nimmt, fällt seine Bilanz positiv oder negativ auf. Negative Bilanzen wollen wir nicht sehen, wollen wir nicht haben. Resultat: wir reden was schön, bis wir es eines Tages kapieren müssen oder aber wir resignieren. Als gäbe es nur diese beiden Wege. Es gibt viel mehr.
4. das ist ein Teufelskreis. Ohne Respekt und Anerkennung von außen, denken wir respektlos von uns selbst. Und wenn wir respektlos von uns selbst denken, dann erneten wir wieder Respektlosigkeit und alles andere als Anerkennung. Wir müssen da einen Schritt vor oder zurück, aber raus aus dem Kreis. Unterbrechen können wir ihn nur selbst. Das ist das Schwierige, aber genau das macht uns dann schön und stark - weil wir es geschafft haben.
5. ohne Liebe sind wir unerträglich. Ohne Liebe fehlt uns der Sinn. Ohne Liebe gehören wir nirgends hinzu. Aber Liebe ist sehr vielfältig und in so vielen Menschen zu finden. Es muss nicht immer nur diese Suche nach der einzig wahren erotischen Romeo-und-Julia-haften Liebe sein. Das ist Leidenschaft. Leidenschaft ist schön, aber sie vergeht. Liebe hingegen ist etwas Konstantes, wenn man sie endlich verstanden, gefunden und behalten hat.

So. Und nu? Jetzt erzählt mir bloß nicht, das habt ihr nicht gewusst? Oder das wäre ganz schrecklich kompliziert. Ist es nämlich gar nicht. Man muss nur endlich handeln, einen Schritt gehen, sich bewegen. Bewegen. Das ist nämlich das Geheimnis… hups, und nu nicht mehr.

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