Was soll diese Seite bewirken?

12. März 2009

Ich kann nicht schlafen und mein Herz pocht ganz schnell. Mein Hirn will mir nicht “Gute-Nacht” sagen – es sucht. Es sucht und sucht. Ich lese im MLP-Magazin: “Bei der groß angelegten Studie werden seit 2001 jährlich 2000 Arbeitnehmer zu ihrer Motivation im Job befragt. Fast 90 Prozent der Befragten fühlen sich demnach derzeit kaum ihrem Unternehmen verbunden und machen Dienst nach Vorschrift, jeder Fünfte hat bereits innerlich gekündigt.” (MLP-Forum, Ausgabe 1, März 2009, Seite 28)
Ja, ich ahnte sowas schon als ich meine Diplomarbeit machte. Mir fiel die Zeit schwer, weil ich nicht so sein konnte, wie ich bin. Ich kann nicht 8 Stunden hintereinander sitzen und arbeiten. Dazu bin ich zu quirlig und habe 8000 Ideen, die ich mir aufschreiben und durchdenken will. Aber ich konnte mich nur kurzweilig wegdrücken… zum Essen oder zu einem Spaziergang für eine Ideenfindung – so nannte ich das. Wenn ich mir vorstelle, Menschen tun 8 Stunden lang so als würden sie arbeiten, was kommt dann da fürn Schmus raus?
Und da sehe ich auch noch den Vorteil der körperlichen Arbeit gegenüber der Kopfarbeit: man darf sich bewegen, vielleicht ist man an der frischen Luft, vielleicht muss man viel hin- und herlaufen. Das alles ist besser als am Schreibtisch Probleme zu wälzen und fett zu werden, oder?

Das war nur ein Beispiel. Wir kann ich Wirtschaftskrise, Demotivation bei der Arbeit, Stress in der Beziehung, schlechte Noten in der Schule, Langeweile, Hilflosigkeit, Amokläufe, Konservierungsstoffe in Lebenmitteln, Genmais, Lehrermangel (das hab ich im Spiegel gelesen), die Spaltung zwischen Arm und Reich, zwischen Wirtschaftsmacht und ausgebeuteten Ländern auf ein Zentrum zusammenführen? Auf ein Übel sozusagen?
Auf den Kern? Der vielleicht in jedem von uns zu finden ist? Bin ich dem auf der Spur, wenn ich Kurzsichtigkeit anführe? Ist es nicht so, dass ich das ernte, was ich gesäht habe? Ist das nicht uralt? Und wenn es so uralt ist, wieso kapieren wir es dann nicht?

Brauchen wir eine neue Aufklärung? Wie im 18. Jahrhundert? Und ist das Internet unser Kanal?

Wenn ich heute meine Hausaufgabe nicht mache, dann gibt’s morgen Ärger. Wenn ich heute keinen Bock drauf habe, den Müll runterzubringen, dann stinkt’s morgen in der ganzen Wohnung. Wenn ich heute keinen Nerv dafür habe, mich für einen doofen Spruch zu entschuldigen, dann beginne ich mit dem Aussitzen einer ungeklärten Sache. Wenn ich heute nicht abwasche, ist es immer noch da. Wenn ich heute nicht sage, was mich zur Weißglut treibt, dann trage ich es morgen immer noch mit mir rum. Wir sitzen die Dinge aus. Ist es nicht so? “Das wird schon irgendwie von selbst verschwinden.” Neben aussitzen sind wir auch sehr leichtgläubig und schwach geworden. Wir trauen uns weder das zu sagen, was uns aufn Keks geht und noch schlimmer wird es, wenn wir für etwas kämpfen sollen, was wir eigentlich wollen. Aber eine riesige Ohnmacht stülpt sich über uns und dann bleibt nur Resignation. (Hey, werden meine Blogeinträge auch schon vom Bundestrojaner durchgespickt?)

Klar, wenn wir jetzt nicht kämpfen, dann legt es sich ja auch wieder. Es verschwindet ja auch, so scheint es. Für eine Woche oder drei Jahre oder auch 20. Aber dann… tata… steht’s vor deiner Tür und sagt “Hey, ich bin da und jetzt wirst du mich nicht mehr los.” Dann trennen sich Ehepaare auf einen Schlag und können nicht ein Wort mehr miteinander reden. Weil sie die ganze Zeit ins sich reingefressen haben – und das so weit, dass es kein zurück mehr gitb. Dann erschießen Väter ihre Familien, dann laufen Schüler Amok, dann bricht die Wirtschaft zusammen, dann dann dann. Im Kleinen wie im Großen, im Großen wie im Kleinen. Versteht ihr das?

Nun fragst du “ja und, was soll ich da jetzt groß tun? Da kann man ja nichts machen!”
Yep, die Frage ist nicht neu. Und es gibt Unmengen von Antworten. Und es gibt auch Unmengen von Konzepten, um nichts in sich reinzufressen, um nicht alles auf das böse Schicksal zu schieben, um nicht immerfort ein Opfer zu sein. Oh man, es gibt soooo viele Bücher dazu. Es gibt wirklich alles. Aber ich finde, dass eine wirklich entscheidende Sache nicht gemacht wird: das, was in allen Büchern als Weg vermittelt wird, findet keine besondere Beachtung in unserem Bildungsweg. So dass wir denken, wir wären den ganzen negativen Gefühlen hilflos ausgeliefert. Pfff, das ist nicht wahr. Echt.

Niemand ist ausgeliefert. Wir haben vergessen darauf zu hören, was wir wollen. Stattdessen rennen wir fertigen Konzepten hinterher. Es gibt so einfache menschliche Gesetze – und sie werden nicht beigebracht. Der heutige Mensch weiß nicht, wer er ist. Und was er tun soll, weiß er noch weniger. Und dann passiert das. Genau das.

Es gibt aber Wege. Unmengen. Ich selbst bin einen davon gegangen und ich bin total stolz drauf. Und ich möchte das weitergeben. Man kann alles schaffen, wenn man einige grundlegende Dinge kapiert. Die Voraussetzung ist nur, sich von bisherigen Gedanken zu lösen. Das verkaufen viele Coaches als riesiges Geheimnis in ihren Seminaren. Ich finde das gut, aber zu teuer. Und für diese Seminare interessieren sich meist Menschen, die sowieso schon kapiert haben, dass das ein Weg ist. Aber ich will, dass Menschen, die das nicht kapiert haben, die noch nichts davon wissen endlich mit ihrer Nase dagegen stoßen. Das ist mein Ziel. Authentizität. Das Ziel ist Authentizität.

  • 4 Kommentare

4 Reaktionen zu “Was soll diese Seite bewirken?”

  1. milefakaiwam 16. März 2011 um 19:09 Uhr

    Hallo mmuppetti,
    ich bin auf deine Seite gestoßen, bei meiner Recherche zu meiner bevorstehenden BA-Arbeit mit eben diesem Thema und bin positiv überrascht und begeistert vom Inhalt hier. Ich denke ähnlich wie Du, dass Kindern/Jugendlichen, sowie jungen (und auch älteren) Eltern oft die menschlichen Werte nicht beigebracht wurden/abhanden gekommen sind bzw. Eltern solche Werte wie Respekt und Altruismus nicht (mehr?) weitergeben…
    – eigentlich betrifft das die Gesellschaft allgemein, aber dort fängt es an: Erziehung. Der Mensch wird geboren, ohne diese ganzen Filter, die uns vom Handeln und Fühlen abhalten und das gesamte Umfeld prasselt auf diesen kleinen Menschen nieder. Dann beginnt das Umgehen mit der jeweiligen Situation und dem Umfeld und der kleine Mensch formt sich und wird vor allem geformt… welcher Filter schadet, welcher hilft?

    Es ist ja sehr gut, dass uns überall der Individualismus gepredigt wird, bei Vielen heißt das leider “ich bin wichtig und meine Gefühle/Bedürfnisse stehen im Vordergrund… ich will mich selbst verwirklichen…” – aber wenn niemand mehr auf den anderen achtet, wo landen wir dann?

    Nochmal zurück zur Erziehung; es gibt etliche Menschen, die in einem “gesunden” Umfeld aufgewachsen sind und dennoch gewalttätig werden, woran liegt das? Die Eigenverantwortung ist also gefragt und hier sind wir bei dem schönen Wort Authentizität!! Und genau das zu vermitteln ist schwierig, das lernt man nicht aus Büchern oder Seminaren (wie du schon geschrieben hast). Mein Ziel ist trotzdem ein Buch: ein Bilderbuch für junge Leute, die sich mit ihrem Kopfchaos allein fühlen, auch wenn alle sagen, man sei nicht allein. Ich habe mich auch allein gefühlt. Allein gelassen.
    Ich möchte so früh wie möglich bei dem Alter ansetzen, für Erwachsene gibt es ja die Seminare und Literatur…

    Vielleicht hast du den ein oder anderen Tipp zum Thema oder eine Idee? Ich würde gern viele Meinungen, Erfahrungen etc. miteinbeziehen, um ein sinnvolles Medium auf den Markt zu schmeißen und nicht etwas, das untergeht und niemandem hilft. Irgendwas muss man tun können und etwas muss helfen!
    Viele Grüße und sehr gute Seite, danke!

  2. mmuppettiam 9. April 2011 um 19:46 Uhr

    Hey milefakaiw,
    danke für Deinen auführlichen Beitrag – sehr interessant.
    Ich finde Deine Motivation wunderbar. Und Du hast natürlich Recht: man muss etwas auf den Markt “schmeißen”, das überhaupt interessant für den Einzelnen erscheint. Dabei unterhaltend ist, keine Moralpredigt, etc.
    Das ist schwierig, aber ich glaube, Buch oder Film können so etwas schaffen.
    Ich tausche mich gern mit Dir aus, bin nur momentan sehr eingespannt. Aber wie gesagt: gern mehr.
    Grüße,
    Karo

  3. Holgeram 11. Mai 2011 um 12:48 Uhr

    Das dümmste, was einem Menschen passieren kann, ist es, dumme Eltern zu haben.

    Und es gibt auch Dumme mit Diplom.

    Wenn ich mir anschauen muss, wie viele Eltern mit ihren Kindern umgehen, fällt es mir schwer, mir vozustellen, selbst irgendwann Kinder in die Welt zu setzen.

    Sie erfahren oft keine Liebe, bekommen keine Werte beigebracht, werden wie ein altes Hobby vernachlässigt und müssen sich selbst beschäftigen.

    Eltern, die so etwas machen, sind dumm.
    Egal, ob Bauer, Arzt oder Astronaut.

    Denn sie sind es, die daran Schuld sind, dass unser Nachwuchs immer mehr und mehr zu einer Stur-dummen Bevölkerungsschicht heranwächst, die keine Werte mehr kennen, beim Unfällen im Wege stehen und Handyfotos machen, statt zu helfen und alles einfach irgendwie ertragen, ohne zu fragen WARUM und Weshalb.

    Und alle machen mit.
    Jeden Tag aufs Neue…

  4. mmuppettiam 10. Juni 2011 um 18:52 Uhr

    Hey Holger,
    ja, ich stimme Dir zu. Das Schlimmste ist, wenn Menschen nicht über sich nachdenken und ihre eigenen Probleme an den Kindern auslassen. Sie müssen nicht perfekt sein – darum geht es nicht. Aber ich glaube, was ein Kind kaputt macht, ist es nicht wahr zu nehmen. Das tut weh.

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